Wunibalds großes Leiden

Ich bin heute Früh verschwitzt und ein klein wenig konsterniert aufgewacht. Aufgrund der Tatsache, dass ich schon an jedmöglicher Schlafstörung gelitten habe die es gibt (Schlafparalyse, Schlafwandeln, Nachtterror etc.), verfügt mein Gedächtnis über ein breites Kontingent an wirren WTF Träumen…aber das hier gehört definitiv in meine Top 5 der „most fucked up dreams“ die ich jemals hatte. Was ebenfalls ungewöhnlich ist: Ich kann mich jetzt noch sehr klar daran erinnern.
Und damit dieses Juwel an geistigen Durchfall nicht verloren geht, will euch daran teilhaben lassen. 

Leider fehlt der Anfang der Geschichte komplett, wobei ich mir nicht einmal sicher bin ob es den überhaupt gegeben hat (was die Sache umso verstörender macht). Vielleicht war das, was ich davor geträumt habe auch einfach zu ereignislos um mich daran erinnern zu können. Kommen wir also gleich zur Sache – es erwartet Sie Wunibalds großes Leiden.

Das Setting

Eine Wirtshausküche. Genauer gesagt, unsere alte Küche. (Manche von euch wissen vielleicht, dass ich mit meinem Vater ein ehemaliges Wirtshaus bewohne)

Die Protagonisten

Das gesamte Team des Regional Fernsehen Oberbayerns (mein ehemaliger Arbeitgeber) und ein imaginärer Kollege, der von uns in ein Art Koma bzw. Paralyse gemobbt wurde. Er konnte lediglich noch seinen Mund bewegen (Ich hab keine Ahnung wie man jemanden in ein Koma mobbt und beim RFO geht es sonst eigentlich auch wirklich ganz gesittet und freundlich zu). Ich nenne den armen Schlucker einfach mal „Wunibald Hansen“.

Dive into the Realm of WTF

Es war ein gewöhnlicher Arbeitstag. Mit knurrenden Mägen begrüßten wir die Mittagspause. Die komplette Belegschaft des RFO versammelte sich in der Küche zum gemeinsamen Mampfen. Wie bereits erwähnt, Kollege Wunibald war nicht sehr beliebt und wurde in eine Art Wachkoma getriezt. Er hatte auch sonst keine Freunde oder Familienangehörige die ihn vermissten und anscheinend hat in meiner Traumwelt ein Menschenleben in Deutschland keinen Wert, denn der Herr Hansen wurde von uns in einen Kochtopf, voll mit Sportlerbrei und Waldfrüchten gelegt (reich an Vitaminen, langkettigen Kohlenhydraten und solide 18g Eiweiß auf 100g Brei). Wir wollten ihn nicht essen….nein! (Wir sind doch schließlich keine Tiere). Das haben wir einfach nur so getan. Weil es halt eben im Traum Sinn ergeben hat.

Mehrere ereignislose Minuten verstrichen. Wir redeten über das Programm, über Urlaubspläne und über das Wetter.Doch während wir unseren nahrhaften Sportlerbrei genussvoll hinunterwürgten, bemerkte eine Kollegin plötzlich lautstark, dass Wunibalds Kopf vollständig in der Brühe versunken war. Lediglich seine Füße ragten noch aus dem übergroßen Bottich. Ohnmächtig und mit der Situation überfordert blickten wir uns gegenseitig an. Niemand fühlte sich verantwortlich. Bis ich schließlich, von abrupten Schuldgefühlen geplagt, hastig versuchte sein Gesicht mit einem Esslöffel zu befreien. Ich grub und grub…nach einer gefühlten Ewigkeit kamen seine Gesichtszüge endlich zum Vorschein. Jedoch musste ich mit Erschrecken feststellen, dass sein kompletter Rachen mit Erdbeeren und diversen Waldfrüchten vollgestopft war. Blauer Saft floß aus seinen Mundwinkeln. Aus seiner Nase war keine Atmung mehr zu vernehmen. Einer der Kollegen rief ungerührt dazwischen: „Lass gut sein, ich glaub der is tot.“ Hansen hatte anscheinend genug von seiner Tortur und sich absichtlich selbst erstickt.

Als wäre es das normalste auf der Welt

Da lag er also… nackt in einem Kochtopf voll mit Sportlerbrei und einer Handvoll
Beeren im Mund.Lethargie machte sich im Raum breit. Nicht diese Lethargie die einem in einem Schockmoment überfällt – wenn man sich hilflos fühlt und alles aussichtslos erscheint… nicht weil uns das tatsächlich bewegt hat. Das war pure Passivität. Wie wenn man bei Flappy Bird gegen die vierte oder fünfte Säule knallt: Es ärgert dich zwar irgendwie, aber es ist zu früh passiert als dass es dich WIRKLICH aus der Fassung bringen könnte. 
„Ich koch ihn jezz“ murmelte unser technischer Leiter entschlossen, nach einem langem Moment der Stille, woraufhin er zum Herd ging und das Gas auf die höchste Stufe stellte. Nochmal: Nicht um ihn anschließend bei einem gemeinsamen Schmaus zu verzehren. Wir sind doch schließlich keine Tiere!
Nein, das hatte einfach nur den Zweck den Kadaver anschließend leichter entsorgen zu können. Hinterfragt hat das niemand. Im Traum macht so was eben Sinn. Genauso selbstverständlich war auch der rote Rennschlitten im Gang. Dieser gab unseren Chef Anlass für einen witzig gemeinten Spruch: „Ge Aaron, jetzt packstn aufn Bob und dann schmeisstn in den Papiercontainer“. Leutselig klopfte er mir dabei auf den Rücken.

Was haben wir gelacht…“HA HA HA“
War uns doch allen klar, dass das viel zu anstrengend wäre. Wunibald war von kräftiger Statur. Sein Körper ließ sich gekocht zwar leichter zerteilen, aber allein sein Torso wäre trotzdem viel zu unhandlich und schwer gewesen.

HA HA HA HA

Ich bin dann jedenfalls aufgewacht und konnte – oh Wunder – erst mal nicht mehr schlafen. Warum, um Himmels Willen, träum ich so abgedrehte scheisse?? 

Aaron Venis
Aaron Venis

Aaron Venis, 28 Jahre, aus Aindorf, trifft sich in seiner Freizeit gerne mit Freunden und liebt Tiere. Dinge die er nicht mag: Fußball, Pegida, Autotuning, Après-Ski-Musik, Karotten, Montage, Dienstage, Mittwoche, Donnerstage, Postgänge, Arzttermine und Aids.

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