Anderssein – ein fragwürdiger Trend!

 

Kaum ein Tag vergeht, an dem ich auf Facebook nicht ein furchtbares Bildchen sehe, dass das Anderssein glorifiziert. Ohne jemanden zu Nahe treten zu wollen – aber diese Bilder werden meistens von genau den Nutzern verbreitet, die durchschnittlicher kaum sein könnten.

Du
bist zur Schule gegangen, hast danach ne Lehre abgeschlossen, vielleicht sogar etwas extrem exotisches wie BWL studiert, hast vermutlich ne Handvoll Beziehungen hinter dir, das eine oder andere Piercing und Tattoo, die eine oder andere minder lustige Suffgeschichte und vielleicht hast du manchmal sogar das Gefühl von Idioten umgeben zu sein… du bist so aussergewöhnlich wie ein Löwenzahn.  

Anderssein als modischer Trend

Anderssein ist zu nem coolen  Slogan verkommen. Die „gegen den Strom Schwimmer“ haben ihren eigenen Strom erzeugt. Das beste Beispiel sind wohl die geliebten Hipster. 
Dabei ist es nicht immer unbedingt etwas gutes, sich von der Masse abzuheben: Jeffrey Dahmer war anders. Er war allerdings auch Serienmörder und hat jungen Männern Löcher in den Kopf gebohrt, um aus ihnen Sexzombies zu machen. Pädophile sind auch anders. Es gibt nen Typen im Iran der anders ist, der wäscht sich seit 60 Jahren nicht und trinkt seine eigene Pisse. Hitler war ebenfalls irgendwie anders…aber HEY!

If you’re lucky enough to be different, don’t EVER change!!

Aus der Masse herauszustechen ist weder gut noch schlecht. Also warum damit kokettieren?

Was eigentlich dahinter steckt

Die ursprüngliche Message solcher Sprüche war ja, dass man sich nicht davor schämen sollte, aus der Reihe zu tanzen. Aber auf wem trifft das denn bitte zu? Sobald es da draußen Menschen gibt, die ähnlich fühlen und denken, sich ähnlich kleiden, ähnliche Musik hören, ist man nicht „anders“. Zumindest sollten wir uns nicht als „anders“ wahrnehmen, ansonsten werden bestimmte gesellschaftliche Blockaden nie abgebaut. Wer sich zB. aufgrund von nem Tattoo drauf aufgeilt herauszustechen und darin womöglich gar etwas rebellisches sieht, trägt nur dazu bei, dass es in 20 Jahren immer noch Berufe gibt, die die Bestimmung über den eigenen Körper einschränken.

Wünschenswertes…

Eine andere Interpretation dieser Slogans wäre die Tugend des selbstständigen Denkens. Die Eigenschaft alles zu hinterfragen und sich erst nach gründlicher Recherche auch tatsächlich erlauben eine Meinung zu haben. Sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen und in allen Bereichen über den Tellerrand hinauszublicken, wenn es denn erforderlich ist um glücklich zu werden. Nicht das tun, was von einem erwartet wird, sondern das, was man selbst für sich will.
Aber das sind doch eigentlich Eigenschaften die idealerweise der Norm entsprechen sollten?
Eigenschaften die aber wohl leider in ihrer Gänze auf die wenigsten zutreffen.

In diesem Sinne noch ein kleines Zitat:

Don’t try to be different. Just be good. To be good is different enough.

….wenn ihr euch mit einem Bild identifiziert, dass 233.000 mal geteilt wurde und mehr als 900.000 Likes hat, solltet ihr euch überlegen ob ihr wirklich so „anders“ seid.

Aaron Venis
Aaron Venis

Aaron Venis, 28 Jahre, aus Aindorf, trifft sich in seiner Freizeit gerne mit Freunden und liebt Tiere. Dinge die er nicht mag: Fußball, Pegida, Autotuning, Après-Ski-Musik, Karotten, Montage, Dienstage, Mittwoche, Donnerstage, Postgänge, Arzttermine und Aids.

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