Sexuelle Übergriffe und die Suche nach einer gesellschaftlichen Mitte

Hach, da will man mal ein bisschen Abstand zum Thema gewinnen und dann muss so ein menschlicher Auswurf wieder so ne abartige Kacke bauen. Und was passiert? ALLE drehen wieder am Rad. Na gut. Dieses mal richtet sich der Beitrag allerdings nicht an die bräunlich angehauchten Dumpfbacken. Ich hab deren Kommentare und Reaktionen in den Sozialen Netzwerken bewusst nur überflogen, damit ich nicht wieder vor lauter Wut einen halben Herzkasperl bekomme. Ohne es zu lesen, kann ich mir das Gelaber schon vorstellen:

Einige werden davon faseln, dass das ja alles erst der Anfang sei, manche wünschen vermutlich der Merkel wieder den Tod, andere sind sich wahrscheinlich zu Faul oder zu doof um die Fakten ordentlich zu analysieren und bringen deswegen die Zahlen durcheinander (1000 Täter anstatt 80 Tatverdächtige), einige werden den „Gutmenschen“ ne Vergewaltigung wünschen und wiederum andere denken alle Migranten bzw. „Nordafrikaner“ sind gezwungenermaßen auch Flüchtlinge usw. usw. Kurz zusammengefasst: Korrelation und Kausalität werden wieder mal in einer feierlichen Manier gleichgesetzt. Alles nichts neues.

Deswegen hack ich jetzt eben mal auf die andere Seite ein.

Ausschlaggebend war ein Post auf der Facebookseite von „Rhetorische Perlen von AFD und NPD Anhängern“.

rhetorische perlen

Dieser Post hat auf der Seite einen kleinen Shitstorm ausgelöst. Hier ein paar zufällig ausgesuchte Beispiele:

fb zeug

Warum ich das aufgreife? Weil ich diese Diskussionen nicht nur dort sehe.

An den Kern einiger Aussagen habe ich eigentlich nicht viel auszusetzen. Natürlich ist jeder vor dem Gesetz gleich und natürlich muss jeder die Chance auf einen fairen Prozess bekommen, um Unschuldige zu schützen. Was mir allerdings extrem bitter aufgestoßen ist, sind die vielen Leser, die aufgrund des Kommentars gleich die Seite „entliken“ und/oder dem Betreiber gar vorwerfen rechtes Gedankengut zu tragen. Was zum Teufel ist denn hier los?

Analysieren wir doch mal das Geschriebene: „Wenn (!) das stimmt…“ Das „Wenn“ und das kleine, überschaubare Rufezeichen in Klammern, impliziert dass der Schreiberling sich selbst nicht sicher ist, was genau alles faktisch belegbar ist. Aber es KÖNNTE nun mal sein, dass es sich tatsächlich um Asylsuchende Männer handelt bzw. die Wahrscheinlichkeit ist leider gar nicht soooo gering, dass davon auch welche dabei waren. Vielleicht steckt dahinter aber auch das organisierte Verbrechen und das Ganze hat tatsächlich in absolut keiner Weise was mit Flüchtlingen zu tun. Dessen war – denke ich – auch er sich bewusst. „Wenn (!)“ schliesst eben nichts aus.

Weiter schreibt er (was man leider im Screenshot nicht mehr sieht), dass er nicht will, dass 1,2 Mio. Schutzsuchende wegen den Taten von solchen Vollidioten leiden müssen.

So, was ist jetzt bitte daran rassistisch?  Auch hier zählt die alte Leier mit der Korrelation und der Kausalität. Nur weil „raus mit solchen Leuten“ stark an AFD, PEGIDA usw. erinnert, bedeutet das aber nicht, dass derjenige tatsächlich auf einen Schlag ausländerfeindlich eingestellt ist. Warum ist diese Forderung automatisch – ohne wenn und aber – rassistisch? Weil man nicht das Gleiche mit deutschen Straftätern machen kann? Vielleicht würden das manche von uns aber gerne? Ich würde es absolut spitze finden, wenn es eine Insel geben würde, wo wir Vergewaltiger und Mörder  aussetzen könnten. Für die Todesstrafe bin ich ja nicht so und im Nachhinein abtreiben geht leider auch nicht. Aber mir ist ein deutscher Knast ehrlich gesagt bei manchen Vergehen zu lasch und ich sehe ehrlich nicht ein, warum ich für so einen Schlag Mensch noch weiterhin Steuern zahlen sollte, wenn es anders eben auch geht. Deswegen bin ich jetzt also auch Rassist?

Einige argumentierten in etwa so: „Wenn wir Menschen abschieben, kann es sein, dass das in bestimmten Ländern der Todesstrafe gleich kommt und ist daher Menschenverachtend“

Well tough fucking shit. Frauen missbrauchen ist also nicht auch Menschenverachtend? Sie hatten die Chance und haben es verbockt. Auch mir wurde beigebracht, dass man nicht Gleiches mit Gleichem vergelten sollte, aber da hab ich kein Mitleid. Absolut gar keins. Wenn wir völlig integrierwillige und gesetzestreue Flüchtlinge nach etlichen JAHREN wegen irgendeiner bürokratischen Scheisse abschieben können, warum dann nicht auch schwer straffällig gewordene (nach einem fairen und anständigen Prozess)?

So und das ist lediglich meine persönliche Meinung. Ob und wie das überhaupt Umsetzbar wäre, ist eine ganz andere Frage und darum geht es mir auch gar nicht. Ich finde es auch völlig ok, dass viele diese Menschen lieber im Knast sehen würden, als sie abzuschieben. Aber kommen wir zum Punkt warum ich mich hier so echauffiere:

Menschen dürfen persönliche Grenzen haben und es würde unserer Gesellschaft ganz gut tun, wenn man deswegen nicht sofort blind verurteilt und hektisch Schubladen aufmacht. Alles sollte und darf man natürlich nicht akzeptieren, aber eeeetwas mehr nuance wäre schon wünschenswert. Deutschland hat sich gespalten. Und daran sind eben nicht nur die „besorgen Bürger“ schuld, sondern eben auch die „linksversifften Gutmenschen“, die es mit der Nazikeule tatsächlich manchmal einfach maßlos übertreiben und sich dadurch – wie in diesem Beispiel – untereinander entfremden. Das treibt den Keil nur viel tiefer rein. Warum gleich so offensiv und feindlich? So viel Menschenverstand muss doch sein, um zu wissen dass der Betreiber einer SOLCHEN Seite nie und nimmer Nazi ist. Spielt nicht die Gedankengestapo. Auch für euch gilt, dass sich die Welt nicht Schwarz-Weiß einteilen lässt. Ihr dürft ja gerne so eine Meinung kritisieren, aber bitte bitte nicht auf diese Art und Weise.

Ich kann die Befürchtung nachvollziehen, dass so ein Post nur mehr Leute aufstacheln könnte. Meiner Meinung nach ist es aber wichtig, dass auch linksgerichtete Seiten mal sagen „so geht das nicht“.  Einige von „denen“ denken tatsächlich dass „wir“ völlig realitätsfremd sind, nur an das Gute im Menschen glauben und mit solchen Geschehnissen gar nicht gerechnet haben. Die“ interpretieren „unsere“ Forderungen nach Fairness und Gleichheit so, dass „wir“ Vergewaltiger und Mörder verteidigen würden. Und wisst ihr eigentlich, wie sehr es mich ankotzt von „uns“ und „denen“ sprechen zu müssen? Aber ich weiß nicht wie ich auf eine andere Weise meinen Punkt rüberbringen soll. Viele da draussen sind nicht in der Lage zu differenzieren. Manchmal muss man auch der „anderen Seite“ Zugeständnisse machen, „ihnen“ in einigen Punkten Recht geben, um wiederum „IHNEN“ das Differenzieren überhaupt schmackhaft zu machen. Und vor allem sollte sich niemand in eine Ecke gedrängt fühlen, in der er/sie sich gar nicht sieht.

Deutschland braucht ganz ganz dringend eine Mitte. Ohne schaffen wir das nicht. Und so ein Shitstorm verhindert das.

Aaron Venis
Aaron Venis

Aaron Venis, 28 Jahre, aus Aindorf, trifft sich in seiner Freizeit gerne mit Freunden und liebt Tiere. Dinge die er nicht mag: Fußball, Pegida, Autotuning, Après-Ski-Musik, Karotten, Montage, Dienstage, Mittwoche, Donnerstage, Postgänge, Arzttermine und Aids.

Comments 19

    1. highbrociety

      Auf was bezogen? Ich zitiere mich nochmal selbst „So und das ist lediglich meine persönliche Meinung. Ob und wie das überhaupt Umsetzbar wäre, ist eine ganz andere Frage und darum geht es mir auch gar nicht.“

  1. Exzellenter Kommentar! Ich war bis vor einiger Zeit auch einer der „versifften Gutmenschen“ der gerne die Nazi-Keule geschwungen hat, aber diese ganze Flüchtlingsdebatte, und die Art und Weise wie diese geführt wurde, sowohl von Medien als auch in Social-Media hat mich so befremdet, dass ich doch mal nen Schritt zurück getreten bin und festgestellt hab wie zwanghaft sich Leute versuchen in eine Schublade zu quetschen. Und je länger ich mir dieses Schauspiel angseschaut habe, desto mehr wurde mir klar wie absurd schwarz und weiß ich die Welt gesehen hatte. Vor allem, dass soviel der Argumentation sich dann auf die Person bezogen hat, als auf die Aussage. Kaum einer hat die Aussage diskutiert und viel mehr, wie „rechts“ oder „links“ sie ist. Ich bin froh, dass die Realität mich endlich eingeholt hat und hoffe, dass ich nicht der letzte bin, bei der sie das schafft. 🙂

    1. highbrociety

      „Ich bin froh, dass die Realität mich endlich eingeholt hat und hoffe, dass ich nicht der letzte bin, bei der sie das schafft.“ … Amen.

    1. „Feminazi“? Absolut widerliches Wort. Mit dir kämpfe ich sicherlich nicht gegen den rassistischen Scheiß der so abgeht. Dein Post unterstreicht nochmal dass der Grad zwischen dir und Pegidist*innen leider nur ein ziemlich schmaler ist.

      1. Dann bist du scheinbar auch so eine Person, auf die dieser Post abzielt; nur statt Nazi-Keule über Feminismus.

        Wie von Herr Venis hier zum Thema schon eine gewisse Mitte gefordert hat, und dass nicht jeder, der, vor allem nach den aktuellen Geschehnissen, mal etwas Kritik in der Flüchtlingsdebatte äußert, gleich von der braunen Seite der Macht ist, ist es mit dem Feminismus. Ich begrüße Feminismus. Es ist immer noch viel Ungleichheit.

        Der Begriff „Feminazi“ spielt allerding auf solche Kreaturen an, die mehr wollen, als diese Ungleichheiten zu beseitigen.

        Wo die Braunkappen gern skandieren „Die sind alle kriminell“ und „alles Terroristen“, heißts bei Feminazis „Männer sind alle Schweine“ und solches Pipapo.

        Merkste Paar Parallelen.

        Kein Schwarz-Weiß-Denken. Hoch leben die Grautöne.

        1. Weil der Begriff ja nicht vorbelastet ist oder was? Guckste dir mal an in welchen Kreisen der so benutzt wird, dann weißte Bescheid. Aber sich immer schön gegenüber von NPD und Pegida abgrenzen wollen ne. Klappt dann halt nur immer weniger gut. Vor allen Dingen wenn das dann noch als Autorenbeschreibung unter so nem rassistischen Müll steht.
          Bei der Wahl zwischen Emanzipation und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gibt’s nunmal kein grau. Du entscheidest dich für das eine oder das andere und dann aber auch mit aller Konsequenz und das muss der Autor hier wohl leider noch verstehen.
          Alleine die Tatsache dass du von „Kreaturen“ sprichst zeigt dann auch was du so für ein Mensch bist und von denen grenze ich mich dann gerne auch in aller Deutlichkeit ab. Lieber Feminazi als mit dir in einer Brühe tauchen.

          1. Der Begriff wurde ist eben deswegen aufgekommen. Als Vergleich mit Neonazis:
            Menschen mit einem extremen Standpunkt, der nur die eigene Gruppe (DeutscheFrauen) zu bevorzugen versucht, ohne eine Diskussion über diesen Standpunkt zuzulassen.
            Und ja, damit grenze ich und wohl auch der Autor sich sehr wohl von den Pegidisten und ähnlicher Mundfäule ab. Dikussion zuzulassen, kein Schwarz-Weiß-Denken, die Gegenseite verstehen und aufzuklären versuchen. Soweit sie mit sich reden lässt.

            Emanzipation ist ja eben der Grauton, der ungefähr deckungsgleich ist mit dem, wie es sein sollte. Dem pflichte ich bei.
            Stell dir das als Pendel vor. Ein extremer Ausschlag ist sowas, was so in Saudi-Arabien oder Pakistan Gang und Gäbe ist. Die andere Seite sind Feminazis, Femifaschos, nenns wie du willst.

            Durch die bisherige Emanzipation sind wir ja nicht mehr so weit vom Ruhepunkt des Pendels entfernt.

            Und das musst du wohl noch verstehen lernen. Konsensfindung. Man kann nicht immer stur sein. Davon hat keiner was.

            P.S.: Danke, dass du die „Kreaturen“ aufgreifst. Das war natürlich ein überspitzter Ausdruck, ums ein bisschen aufzuheitern.

        2. highbrociety

          „Weil der Begriff ja nicht vorbelastet ist oder was? Guckste dir mal an in welchen Kreisen der so benutzt wird, dann weißte Bescheid“ … da ich mich nicht in irgendwelchen anderen Kreisen bewege, kenne ich das selbst nur von sehr liberalen und linksgerichteten Menschen. Versteh mich nicht falsch, ich bin natürlich FÜR Gleichberechtigung und will auch gar nicht abstreiten, dass es nach wie vor gesellschaftliche Probleme gibt. Allerdings hat der moderne (westliche) Feminismus nicht nur seine gute Seiten. Darauf jetzt umfassend einzugehen würde den Rahmen aber sprengen. Nur so viel: NEIN, da gibt es nicht nur die eine oder die andere Seite. Ich empfehle dir zB. den Youtube Kanal vom „Amazing Atheist“ oder „Thunderf00t“ wenn du genau wissen willst, welche Thematiken ich damit meine. Oder speziell dieses Video https://www.youtube.com/watch?v=_JJfeu2IG0M

  2. highbrociety

    „Vor allen Dingen wenn das dann noch als Autorenbeschreibung unter so nem rassistischen Müll steht.“ … as to prove my point btw. Ich bin selbst zur hälfte Afrikaner, der Benni (zweite Blogbetreiber) hat aktiv in Freilassing Kleidung und Nahrung an Flüchtlinge verteilt, wir haben beide mehrere Videos und Artikel verfasst, die ganz klar „Pro-Asyl“ sind … und trotzdem bekommt man dann zu hören man sei Rassist. Einfach nur wow…

  3. Hallo Aaron,

    Ich verfolge schon lange deine Facebookseite und die hat mir schon ein paar Popcornabende beschert, jeweils mit einen lachenden und einen weinenden Auge.
    Ich habe auch den Shitstorm verfolgt, aufgrund deines, sagen wir mal, etwas „schwierigen“ Kommentars. Was ich leider bei dieser ganzen „Meckerei“ vermisst habe, war ein anständiger Diskurs mit guten Argumentationen. Deshalb will ich hier mal versuchen die sogenannte „linke“ Seite , so wie ich sie verstehe, zu vertreten.

    Viele Personen gehen davon aus, dass das Individuum und die Gesellschaft in Wechselwirkung stehen (hier lohnt es sich Degele und Simmel zu lesen) und man solange Teil der Gesellschaft ist, kann man sich dieser Wechselwirkung nicht entziehen (das schreibt Luhmann, der ist ein bisschen hart zu lesen).

    Hier ein einfaches Beispiel: stell dir vor du gehst zum Bewerbungsgespräch (welche Art von Job ist egal) und du bekommst anschließend den Job, wessen Verdienst ist es? Auf jeden Fall nicht zu 100 Prozent dein Verdienst. Nach der oben erläuterten Theorie stehen wir nämlich alle in Beziehung zueinander und beeinflussen uns gegenseitig. Genauer gesagt: verantwortlich für dein erfolgreiches Bewerbungsgespräch bist du, der versucht sein bestes zu geben, und derjenige, bei dem du dich bewirbst, du bist nämlich von seiner Beurteilung abhängig. Aber nicht nur ihr beide trägt zu diesen Erfolg bei, sondern auch der Busfahrer der dich zuverlässig und pünktlich zum Gespräch geführt hat oder falls du Auto fährst, der Straßenverkehr (mit allen seinen Teilnehmern), der dich nicht auf den Weg behindert hat. Natürlich können wir das bis ins unendliche spinnen und sogar behaupten dass der Hersteller deines Weckers (damit du pünktlich aufstehst und losgehst) Mitverantwortung an dein erfolgreich bestandenes Bewerbungsgespräch trägt.

    Nun zurück zu deiner Aussage und deinen hier geschriebenen Text. Wenn ich dich richtig verstehe, gehst du davon aus dass die Leute zu 100% selbst Schuld sind, wenn sie gegen das Gesetz verstoßen und Mörder (ja, das ist ein historischer Nazibegriff; einfach mal googeln) und Vergewaltiger willst du auf eine einsame Insel schicken (das mit der Insel ist übrigens eine populistische Aussage). Damit blendest du aus, dass wir als Gesellschaft mitverantwortlich für die Situation sind. Das gilt für Obdachlose genauso wie für Personen die einen Mord begehen (übrigens passieren 99% der Morde im Affekt und die Täter stellen sich; siehe auch Kriminalstatistik und gewisse Interviews mit Polizisten von der Mordkommission). Salopp gesagt, wenn wir andere beschissen behandeln, behandeln die anderen wieder andere beschissen usw. Dieser „Kreislauf“ ist in der Psychologie und in soziologischen Studien übrigens nachgewiesen. Die „Linken“ gehen von der oben genannten Theorie (ich übrigens auch) aus und viele versuchen eine Lösung für dieses Problem zu finden. Menschen einfach nur in den Knast zu stecken und sich der Verantwortung zu entziehen (also den Kopf in den Sand stecken und behaupten, man hat nichts damit zu tun) ist leider nun Mal eine erzkonservative Haltung. Es erfordert viel komplexere Lösungen, als Menschen einfach nur in den Knast stecken zu wollen und sie darin schmoren zu lassen. Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen mit diesen Kommentar weiterhelfen.

    Lieben Gruß
    Patrick

    1. highbrociety

      Lieber Patrick,

      vielen Dank für deine tolle Antwort/Einwand. Verzeih mir bitte, wenn die meinige aus zeitlichen Gründen etwas kürzer ausfällt. Ich sehe ein, dass die Wenigsten als Vergewaltiger oder Mörder auf die Welt kommen (Menschen wie Dahmer sind wohl ne Ausnahme) . Ebenso argumentiere ich auch regelmäßig mit der passiven Teilschuld die wir bzgl. der Situation in anderen Ländern tragen, wenn es darum geht, den Flüchtlingskurs zu verteidigen und weise auch regelmäßig darauf hin, dass eine gelungene Integration keine Einbahnstraße ist und stets von diversen gesellschaftlichen Wechselwirkungen abhängt. Für das fragwürdige Weltbild der Täter, kann die deutsche Bevölkerung allerdings nur sehr wenig. Auch wenn wir Menschen durch unsere Gesellschaft geformt werden, es gibt immer noch bestimmte – klare – Linien, die bestimmen was richtig und was falsch ist. Wir sind nach wie vor Individuen mit einem freien Geist und einem eigenen Willen… die Täter sind in diesem Punkt für ihr Handeln und die Konsequenzen allein verantwortlich, und nicht „wir“. Unter diesen Umständen, die wir zur Zeit hier haben, halte ich eine erfolgreiche „Resozialisierung“ für sehr schwierig. Hier verschließt sich diese Theorie der Realität. Auch unter „normalen“ Umständen ist die Rückfallquote unter Sexualstraftätern 20%. Das hört sich geschrieben ganz ok an, aber die, die abermals Opfer werden, sehen das vermutlich anders. Mir geht es aber vor allem darum: Erfüllen wir nicht wenigstens diese Forderung der „Asylgegner“, wird es mit den Verallgemeinerungen nicht besser. Das Klima der Angst wird weiter zunehmen, der Rechtsruck umso spürbarer und die Gewalt langfristig dadurch womöglich auf BEIDEN Seiten zunhemen = mehr Opfer. Davor habe ich als halb-Afrikaner sehr sehr große Angst. In gewisser Weise geht es jetzt darum Prioritäten zu setzen. Idealismus vs Realität bzw. anhaltender Frieden.

      Ich hoffe du verstehst ungefähr worum es mir geht und sorry falls ich einen wirrwarr geschrieben habe, ich bin gerade aufm Sprung. Jedoch war es mir wichtig dir heute noch zu antworten.

      Beste Grüße

      Aaron

  4. „Na gut. Dieses mal richtet sich der Beitrag allerdings nicht an die bräunlich angehauchten Dumpfbacken.“

    Und doch fühlst du die Notwendigkeit es ausschweifend zu artikulieren wie doof du die eigentlich findest. Wahrscheinlich um dich nochmal zu distanzieren? Ich persönlich finde das ist ein ganz gruseliger Mechanismus der da in unserer Gesellschaft stattfindet. Besonders schockierend fand ich dies bzgl. auch Aussagen von Frauen die in Köln belästigt wurden.
    Da wird sich regelrecht entschuldigt, dass man die Täter als „arabisch aussehend“ beschreiben muss. Man fragt sich wo leben wir eigentlich, wenn man schon Angst haben muss als Nazi zu gelten wenn man Dinge beim Namen nennt bzw. das stetige Gefühl hat sich irgendwie distanzieren zu müssen?
    Ich gebe zu ich glaube, dass Deutschland sich übernommen hat und ich glaube auch, dass die Integration sehr schwer wenn nicht unmöglich wird. Auch bin ich nicht zufrieden wie die Integration in unserem Land bisher funktioniert bzw. nicht funktioniert hat. Aber bin ich deshalb ein Nazi? Ich denke nicht.

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